Bild: Wurm Beschaffungskrise

Wurm Systeme – Beschaffungskrise

14. Dezember 2021 | Alle Beiträge, Wurm /

Auszug aus dem Wurm-Magazin FRESH UP 02 2021 (veröffentlicht im Sommer 2021)

>> FRESH UP 02 2021 <<


Anhaltende Beschaffungskrise bei Materialien und Komponenten trifft auch unsere Fertigung

Tatsächlich haben die Materialengpässe bei Komponenten, Rohmaterialien und Zubehörteilen mittlerweile ein Ausmaß angenommen, was zurückliegende zyklische Nachfragewellen (Allocation) bei weitem übersteigt. Nie zuvor waren weltweit so viele Unternehmen über alle Branchen hinweg betroffen, sodass selbst börsennotierte „Big Player“ teilweise ihre Produktion einstellen mussten. Nie zuvor ist die Versorgung von so vielen unterschiedlichen Materialien gleichzeitig ins Stocken, wenn nicht zum Erliegen gekommen, sodass zum Beispiel für unseren Schaltanlagenbau selbst Kabel kaum noch lieferbar sind. Und nie zuvor trafen so viele unterschiedliche Ausnahmeereignisse die Weltökonomie wie derzeit – von der Pandemie und ihren Folgen über den Brexit zur boomenden asiatischen Wirtschaft.

Während wir (Wurm) für erwartbare Allocation-Phasen durch branchenuntypische, hohe Lagerbestände versorgen konnten, um unsere Lieferfähigkeit sicherzustellen, ist unser Handlungsspielraum wie bei nahezu allen Marktteilnehmern in der zugespitzten Situation inzwischen drastisch eingeschränkt. Da die Lieferfähigkeit (und Preisverlässlichkeit) für unsere Kunden und Partner trotz allem oberste Priorität bei Wurm hat, setzen wir alle Hebel in Bewegung, um die Auswirkungen für Sie so gering wie möglich zu halten. Ob über ständige Bedarfsanalysen im Austausch mit Ihnen, über konstruktive Anpassungen unserer Entwicklungsabteilung oder situationsabhängige Priorisierungen der Fertigungslinien.


Bild: Marius Kurtz
Marius Kurtz

Operations Manager Marius Kurtz ist seit 2011 bei Wurm und sorgt dafür, dass alle relevanten Prozesse im Gesamtunternehmen reibungslos funktionieren und gegebenenfalls optimiert werden. Mit seiner intensiven Kenntnis aller Unternehmensbereiche beantwortet er im Interview Fragen zu den Corona-Effekten auf Wurm:

Die kritische Beschaffungslage birgt so viele unvorhersehbare Einflussfaktoren. Was tut Wurm dafür?

Gefordert ist ein hohes Maß an Kreativität und Flexibilität. Wenn eingespielte Prozesse gerade nicht funktionieren, versuchen wir, die bestmögliche Lösung zu finden. Ist zum Beispiel ein bestimmtes Bauteil nicht lieferbar, müssen andere Teile gleicher Bauweise passend gefunden werden. Fällt ein Lieferant aus, müssen wir neue Quellen auftun. Umso wertvoller ist die Unterstützung durch Kollegen bei Bitzer China, die uns einen direkten Herstellerzugang ermöglichen. Dennoch sind bei einigen Geräten ganze Re-Designs unter hohem zeitlichem Druck durch unsere Hardware-Entwicklung notwendig. So schaffen wir es, selbst Bauteile mit anderen technischen Eigenschaften bei gleich hoher Qualität und Zuverlässigkeit einzusetzen.

Wie kann man bei so vielen internationalen Unwägbarkeiten noch planen und handeln?

Das ist derzeit so schwierig wie nie zuvor. So wirkt sich Corona beispielsweise auch auf die Absatzsituation aus: Da durch den Nachholbedarf die Nachfrage nach Vorprodukten drastisch gestiegen ist, sind manche unserer Wettbewerber mittlerweile schon nicht mehr lieferfähig. Mit der Folge, dass wir bei Wurm eine deutlich höhere Nachfrage verzeichnen, die jedoch nicht im Geringsten vorhersehbar ist. Zudem mussten wir pandemiebedingt zugunsten der Sicherheitsabstände die Arbeitsplätze im Schaltschrankbau deutlich reduzieren. Um dies zu kompensieren, haben wir eine zusätzliche Produktionsfläche in Remscheid angemietet. Zusammengenommen bedeutet das eine enorme logistische Herausforderung mit wesentlich mehr Koordinationsaufwand. Wir müssen umso besser planen, was wir wo und wann produzieren – und jederzeit flexibel reagieren, wenn es die Situation erfordert. Durch Corona können oder müssen wir leider oft reagieren als proaktiv agieren. Lösungsorientiertes Arbeiten verlangt jedem einzelnen neben der allgemeinen Anspannung viel ab!

Wir hoffen sehr, dass sich die Lage im kommenden Jahr wieder merklich entspannt – und wir uns wieder auf die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten konzentrieren können. Denn über unsere spannenden Neuheiten möchten wir Sie doch viel lieber informieren.

Bild: Nachfrage nach elektronischen Bauteilen in Deutschland
Nachfrage nach elektronischen Bauteilen in Deutschland ab Q1-2019 in Mio. €

 

  Sarah Schröter

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