Kühle Köpfe und heiße Ideen
Im Interview mit Heinz Eck von EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen erfahren wir, wie das Unternehmen innovative Wurm-Produkte einsetzt, um die Kühlung von Lebensmitteln effizienter und moderner zu gestalten.
In unserem exklusiven Interview mit Heinz Eck, Abteilungsleiter Technik & Energie / Bauwesen und Gebäudemanagement bei EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen, erfahren wir, wie das Unternehmen auf innovative Wurm-Produkte setzt, um die Kühlung von Lebensmitteln zu revolutionieren.
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Hallo, Herr Eck. Möchten Sie sich und Ihren bisherigen Werdegang vorstellen?
Mein Name ist Heinz Eck, ich bin gelernter Kälteanlagenbauermeister und habe schon als Kind durch meinen Vater – ebenfalls aus der Kältetechnik – ein Faible dafür entwickelt. Nach meinem Meister in Maintal und einigen Jahren als Niederlassungsleiter in Schweinfurt bin ich 2009 als Kälte-Fachberater zu EDEKA Nordbayern gewechselt. Seitdem betreue ich gemeinsam mit meinem Team sämtliche Bereiche der Gewerbekälte und Gebäudetechnik. Dazu gehören auch die PV-Anlagen und die Ladeninfrastruktur. So kam es zur Zusammenarbeit mit den Firmen Wurm und GTM.
Wie viele LEH-Liegenschaften betreuen Sie?
Insgesamt sind es etwa 900 Liegenschaften in der Regionalgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen. Davon werden nur ungefähr 10 Filialen direkt von EDEKA betrieben. Der große Rest liegt in der Hand selbstständiger Einzelhändler.
Haben Sie einen festen Kreis von Kälteanlagenbauern oder wechselt dieser von Projekt zu Projekt?
Wir haben einen festen Stamm von fünf Kälteanlagenbauern. So stellen wir sicher, dass unsere Ausschreibungen immer konsistent sind und wir einen hohen Support-Standard bieten können. Bei Bedarf wird dieser Kreis punktuell erweitert, wenn ein Projekt besondere Anforderungen stellt oder neue Partnerschaften sinnvoll sind.
EDEKA setzt bundesweit verschiedene Regelsysteme für die Bereiche Kälte-/ Gebäudetechnik ein. EDEKA Nordbayern nutzt nahezu ausschließlich Wurm. Warum?
Da gibt es gleich mehrere Punkte, die für Wurm sprechen und uns überzeugt haben. So zum Beispiel die funktionalen Regelblöcke, die zu unserer vollsten Zufriedenheit umgesetzt sind, egal ob im Bereich Kühlstellen, Verbundanlage oder Gebäudeleittechnik (GLT). Mein Team schätzt besonders die FRIDA App, die unsere tägliche Arbeit erheblich erleichtert durch das schnelle Zugriffshandling. Sowohl Fachberater als auch strategische Mitarbeiter nutzen die App und sind somit in der Lage, unseren selbstständigen Einzelhändler jederzeit qualifizierte Auskünfte zu geben. Durch die Datenanalysen sind wir in der Lage, kontinuierliche Verbesserungen unserer Prozesse durchzuführen. Ein weiterer Pluspunkt von FRIDA ist die Möglichkeit, jederzeit und von überall aus alle relevanten Informationen im Bereich der Gebäude- und Kältetechnik einzusehen.
Nicht zu unterschätzen ist der Support der Wurm Hotline. Ich erreiche immer jemanden, der mir unmittelbar helfen kann. Alle Ansprechpartner sind immer sehr zuvorkommend und freundlich. Besonders wichtig ist für uns als Betreiber die Nachvollziehbarkeit, weshalb die Webplattform FRIGODATA Online eine zentrale Rolle spielt. Als Zentrale betreuen wir sehr viele Märkte und streben daher nach einem einheitlichen System. Wir haben uns sehr früh für das System Wurm entschieden, weil die gegebenen Lösungen sehr gut mit unseren Vorstellungen übereinstimmten.
Weiterhin waren wir auf Anhieb von der Transparenz von FRIGODATA überzeugt. Die aktuelle Version von FRIGODATA Online 2.0 stellt für uns die derzeitige Benchmark in diesem Bereich. Durch die ganzheitliche Lösung von Wurm und ihrem Tochterunternehmen GTM erzielen wir enorme Einsparungen im Bereich der Investitions- und Energiekosten. Seit dem Start im Jahr 2010 mit der reinen Datensammlung für die Gebäudetechnik mit FRIGODATA Online konnten wir dank der Analyse der Daten unsere Häuser optimal planen und sind nun bestmöglich aufgestellt. Insgesamt hat die Technologie von Wurm dazu beigetragen, dass wir heute dort stehen, wo wir stehen. Durch die verbesserte Anlagentransparenz und Aufarbeitung der Anlagendaten haben wir einen ganz anderen Projektüberblick erhalten. Die Plattform ist ein wesentlicher Grund für unseren Erfolg und hat uns geholfen, unsere Gebäudetechnik optimal zu planen und zu betreiben.
Die Wurm-Technik ist ein wesentlicher Grund, warum wir heute da stehen, wo wir stehen.
Tauschen sich die EDEKA-Regionen untereinander über Technik aus?
Obwohl es keinen formellen strategischen Austausch gibt, pflegen wir natürlich regelmäßige Gespräche untereinander. Oftmals prägt der regionale Verantwortliche maßgeblich das Geschäft. Der Austausch von Erfahrungen zielt darauf ab, von den Erkenntnissen anderer Regionen zu profitieren und bewährte Verfahren zu übernehmen, um die Effizienz und Qualität der eingesetzten Technik kontinuierlich zu steigern. Inzwischen hat sich Wurm als führendes Produkt in unserem Unternehmen etabliert.
Welche zusätzlichen Vorteile haben Sie durch den Einsatz der Wurm-Technik in der Gebäude- und Kältetechnik?
Vor allem Transparenz. Durch die lückenlose Datenaufzeichnung mit FRIGODATA haben wir einen genauen Überblick über den Anlagenzustand. So können wir bei Neuplanungen sehr präzise auf den tatsächlichen Leistungsbedarf eingehen.
Zudem sind Gebäude- und Kältetechnik bei uns in einem System vereint. Alle Informationen laufen über ein zentrales Gateway und bleiben dabei jeweils geschützt. Das ermöglicht einen globalen Überblick, während gleichzeitig die Datensicherheit gewahrt bleibt. Ein großer Hebel sind oft die Schnittstellen zwischen den Gewerken. Dort gehen Informationen leicht verloren. Deshalb haben wir bei einigen Projekten bewusst auf eine strenge Trennung verzichtet, insbesondere im Bereich Klima/Heizung.
Welche Gewerke werden bei EDEKA Nordbayern durch Regelgeräte der Firma Wurm geregelt und überwacht?
Die Bandbreite ist groß: Beleuchtung, Abluft und Zuluft, Heizungs- und Klimaan-lagen, Kältetechnik, Kälteerzeuger sowie Kühlmöbel und -räume. Teilweise auch die Einbindung von PV-Anlagen.
Wir planen zudem ein Last-management, um den Energieverbrauch zu steuern. Zurzeit sammeln wir dazu Daten und testen verschiedene Ansätze. Auch steckerfertige Kühlmöbel werden angebunden, damit wir eine lückenlose Temperaturdokumentation haben und das Marktpersonal Zeit spart.
Wie wird die Abwärme der Kälteanlagen genutzt? Wie sieht Ihr Heizkonzept aus?
Wir setzen konsequent auf Wärmerückgewinnung und zusätzliche Wärmepumpen. Dabei können wir nicht nur die gesamte Abwärme nutzen, sondern auch bei Bedarf Wärme aus der Umwelt ziehen. Dieses Konzept ist in Neubauten unser Standard.
Da unser Heizkonzept im Kern identisch aufgebaut ist, können wir Daten gut vergleichen und verbessern. Wir sammeln dafür u. a. Wärmemengenzähler-Daten und sehen sehr positive Ergebnisse in vielen Märkten.
Sie setzen in Neuanlagen ausschließlich CO₂ als Kältemittel ein. Wie sind Ihre Erfahrungen diesbezüglich?
Wir nutzen CO₂ seit rund 2010, ab 2012 auch mit Anlagen von TEKO in Serie – und sind sehr zufrieden. Die Anlagen sind weder anfälliger noch wartungsintensiver als F-Gas-Anlagen. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wäre es das Thema der Dichtigkeit. Hier sehen wir noch Verbesserungspotenzial, insbesondere bei der Installation. Es ist unerlässlich, dass die gesamte Montage sorgfältig ausgeführt wird, um mögliche Undichtigkeiten zu minimieren. Insgesamt sind wir äußerst zufrieden mit der Verwendung der TEKO-Verbundanlagen.
Wie beurteilen Sie den steigenden Fachkräftemangel in Verbindung mit der anspruchsvollen CO₂-Technologie?
Wir setzen auf Standardisierung, damit alle Beteiligten, von unseren Mitarbeitern bis zu den Monteuren vor Ort, an möglichst gleichen Anlagentypen geschult werden.
Die Regeltechnik ist dafür entscheidend. Mit FRIGODATA haben wir ein sehr benutzerfreundliches System, das Ferndiagnosen und schnelle Fehlererkennung ermöglicht. Diese Transparenz hilft dem Kälteanlagenbauer ungemein. Häufig zeigt das System den Fehler sogar 1:1 an, sodass man schneller reagieren kann.
Künftig wird auch künstliche Intelligenz eine größere Rolle spielen. Sie unterstützt eine schnellere Fehlerdiagnose und kann Wartungspersonal entlasten.
Betreibt EDEKA ein eigenes Monitoring der Anlagen? Werden neben Temperaturen (HACCP) auch Anlagendaten erfasst?
Wir erfassen beides. Neben Temperaturdaten (HACCP) sind die Anlagendaten das A und O. So konnten wir den Energieverbrauch in den Märkten bereits um bis zu 50 % senken. Die Servicefirmen haben in der Regel eine Vollwartung und werten die Störmeldungen direkt aus. Wir selbst monitoren permanent, um Wasser- und Energieverbräuche anzupassen
Wie viele Kollegen beschäftigen Sie in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und im Energiemanagement?
Im Bereich Energiemanagement und Haustechnik (TGA) sind wir sechs Mitarbeiter, die alle intensiv mit FRIGODATA Online und der FRIDA App arbeiten. Drei Fachplaner kümmern sich zusätzlich um Kältetechnik.
Werden auch Kältemittelleckagen aufgezeichnet?
Um Kältemittelleckagen aufzuzeichnen, nutzen wir das System MobiLec. Dieses ermöglicht es Servicemitarbeitern, mit einer Java-Applikation auf ihren Mobiltelefonen Kälteanlagen anzulegen und Wartungs- sowie Instandsetzungsarbeiten durchzuführen. Die Daten werden per SMS an einen zentralen Datenserverübertragen, wo sie von Servicefirmen und Betreibern konsolidiert ausgewertet werden können. Dadurch können Grenzwertüberschreitungen und Risiken frühzeitig erkannt werden. Mobilec wird – bis auf wenige Ausnahmen – deutschlandweit von EDEKA genutzt.
Wie ist der Energieverbrauch der CO₂-Anlagen im Vergleich zu F-Gas-Anlagen?
Gleichwertig oder sogar besser. Die Wärmerückgewinnung funktioniert tadellos und wir sehen keinen nennenswerten Mehrverbrauch.
Nutzen Sie bereits KI-Lösungen in Ihren Anlagen?
Ja, wir sind in einer Testphase mit WurmMind, um Wasserverbräuche durch KI zu optimieren. Erste Erfolge zeigen, dass wir zu hohe Verbräuche rechtzeitig erkennen und drosseln können. Da steckt aus meiner Sicht noch großes Potenzial drin. Ich bin sehr daran interessiert, dieses Thema weiter voranzutreiben
Wie lange nutzen Sie Ihre Kälteanlagen üblicherweise?
In Supermärkten 12 bis 15 Jahre, in Logistiklagern meist 20 bis 25 Jahre. Es ist interessant zu sehen, wie wichtig die Regelelektronik für die Lebensdauer der Anlagen ist. Hier profitieren wir von der ausgezeichneten Kompatibilität der Wurm Geräte. Sowohl die Hard- als auch die Softwarelösungen von Wurm sind nahezu in 100 % der Fälle auch nach Jahren abwärtskompatibel. Das bedeutet, dass wir beispielsweise ein Feldmodul austauschen können, ohne gleich eine neue Software installieren zu müssen. Gerade bei älteren Anlagen können wir uns bei Bedarf auf die kurzfristig lieferbaren Ersatzgeräte von Wurm verlassen. Wir sind in diesem Bereich mit Wurm sehr verwöhnt. Ehrlich gesagt habe ich das Thema gar nicht auf dem Zettel. Aber tatsächlich ist das bei Mitbewerbern ein Riesenthema. Da entstehen schnell enorme Kosten.
Wie bewerten Sie die Datensicherheit bei Wurm und wie nutzen Sie die Daten in den Filialen?
Wurm hat höchste Ansprüche auf die Datensicherheit. Es werden regelmäßige Sicherheitstests durchgeführt. Wir haben einen eigenen Tunnel, über den etwa 80 % unserer Kälteanlagenbauer Zugriff haben. Die restlichen haben Direktzugang, was wir demnächst im Hinblick auf neue Cybersicherheitsbestimmungen anpassen werden.
Als mobile Anwendung setzen wir FIORA ein. Darüber können Marktleiter Warentemperaturen, Möbelzustände, Verbräuche einsehen und bei Bedarf Schaltvorgänge durchführen. Die App läuft fest installiert auf Tablets im Markt, sodass einfache Änderungen direkt möglich sind.
Welche Entwicklungen sehen Sie in Zukunft für die Kältetechnik und die Regelelektronik im Lebensmittelhandel?
In Bezug auf die Regelelektronik im Bereich der Kältetechnik wünsche ich mir in den nächsten Jahren eine Weiterentwicklung. Diese sollte nicht nur Störungen erkennen und automatisch weiterleiten können, sondern auch den zuständigen Kälteanlagenbauer sowie das Marktpersonal informieren und vernetzen. Dadurch wäre eine schnellere Reaktion auf Probleme möglich und Ausfallzeiten könnten minimiert werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Zukunft der Regelelektronik ist die Integration von künstlicher Intelligenz. Durch KI-Technologien könnten Systeme nicht nur reagieren, sondern auch proaktiv denken und mögliche Probleme vorhersehen. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels könnte dies eine große Hilfe sein, um den Betrieb effizienter zu gestalten und Ausfälle frühzeitig zu verhindern.
Lieber Herr Eck, wir möchten uns herzlich für das aufschlussreiche und interessante Interview bedanken.
Ich danke Ihnen ebenfalls für die Möglichkeit, dieses Gespräch zu führen. Es hat mir viel Freude bereitet, über die Zusammenarbeit mit TEKO und Wurm zu sprechen. Der Austausch ist immer wertvoll, und ich freue mich auf die kommenden Projekte sowie darauf, gemeinsam an unseren Zielen weiterzuarbeiten.